Galizien – Das Geschäft mit der Hoffnung. Eine Ausstellung der Klasse 12


Galizien – wenn überhaupt hat man bei diesem Begriff eine Region in Spanien vor Augen. Dass es sich bei Galizien auch um eine historische Landschaft im Osten des früheren österreichisch-ungarischen Kaiserreichs handelt, ist heute nur noch wenigen geläufig. Dabei war diese Gegend von einer beispiellosen kulturellen Vielfalt, die das öffentliche Leben im Habsburgerreich maßgeblich prägte. Nicht weniger bekannt war Galizien aber auch wegen seiner oftmals bodenlosen Armut und Unterentwicklung, die es zu einem verlässlichen Lieferanten für Auswanderer machten. Hunderttausende, wenn nicht Millionen von Galiziern suchten angesichts des heimischen Elends ihr Heil in der Emigration nach Übersee. Die von den Schülerinnen und Schülern der Klasse 12 gestaltete Ausstellung, die derzeit im Foyer unserer Schule zu sehen ist, will den Beweggründen der Auswanderer und den Mechanismen der massenhaften Emigration um 1900 auf den Grund gehen.
Ausgehend von der Lektüre des von dem österreichischem Autor Martin Pollack geschriebenen Buchs „Kaiser von Amerika. Die große Flucht aus Galizien.“ haben die Abiturienten verschiedene Aspekte dieses Exodus’ aufwändig bearbeitet. Dieser heute oft vergessene Teil der Geschichte, der auch das damalige Oberungarn, die heutige Slowakei, betraf, wird auf diese Weise einem größeren Publikum zugänglich gemacht. Ein besonderes Augenmerk liegt am Ende der Ausstellung auf dem Vergleich der historischen Massenauswanderung mit heutigen Migrationsbewegungen.

Ein herzlicher Dank gebührt an dieser Stelle Martin Pollack, der für diese Ausstellung zahlreiche Fotografien aus seinem Privatarchiv zur Verfügung stellte.


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